am Beispiel von McGraw Hill an: http://finance.yahoo.com/q/ks?s=MHP
Umsatz und Unternehmenswert
6,7 Mrd. USD Umsatz werden mit einer Marktkapitalisierung von 12,8 Mrd. USD belegt. Bei zusätzlich 1,6 Mrd. USD langfristigen Schulden und 400 Mio. USD Barvermögen ergibt sich ein Unternehmenswert von knapp 14 Mrd. USD.
Operative Marge
Die operative Marge von 24% ist recht hoch und könnte in meinen Augen (das ist nun ein Bauchgefühl, das ich in den Jahren meiner Analysetätigkeit entwickelt habe) hinkommen. Wenn also aus den 6,7 Mrd. USD Umsatz ordentlich Gewinne erwirtschaftet werden, dann kommt also auch ein Kurs/Umsatz-Verhältnis (KUV, alles über 1 ist hoch!) von rund 2 in Frage.
KGV
Schauen wir also einmal auf das KGV. Mit 14 ist auch hier zu sehen, dass trotz des hohen KUVs ein vernünftiges KGV erzielt wird. Die Bilanz ist also in meinen Augen sauber, das Bewertungsniveau geht so erst einmal in Ordnung. Ich brauche bei diesem Unternehmen keine Analysen zu lesen, da sich keine Fragen hinsichtlich des aktuellen Bewertungsniveaus ergeben haben.
Entwicklung des Umsatzes
Allerdings sehe ich, dass die Umsätze schrumpfen: Mit -6,1% sind die Umsätze doch stark rückläufig. Und bei den Gewinnen sieht es noch schlimmer aus: -43,6%. Wird das so weitergehen? Ich schaue mir nun die Prognosen der Analysten an: http://finance.yahoo.com/q/ae?s=MHP
Ganz unten sehe ich die Next 5 Years Wachstumsschätzung: 6,7%. Na, das ist zwar nicht berauschend, aber immerhin positiv. Alles in allem ergibt sich also das Bild, dass das aktuelle Ergebnis ein negativer Ausrutscher war und dass das Bewertungsniveau, von dem Ausrutscher einmal abgesehen, so in Ordnung geht.
Ich habe nun also das Gefühl, die Bilanz und das Bewertungsniveau verstanden zu haben. Um eine Prognose über den Kursverlauf abgeben zu können, muss ich mir nun ein paar Gedanken zum Geschäft machen:
Gedanken zum Geschäft
McGraw verlegt Lehrbücher, gibt zahlreiche Zeitschriften und Fachpublikationen heraus. Gestern hat das Unternehmen seinen Quartalsbericht veröffentlicht. Darin wird lang und breit das geringe Wachstum der Randgeschäfte besprochen, der heftige Umsatzrückgang im wichtigen Verlagsgeschäft wird erst am Ende erwähnt. Ich habe keine gute Meinung von diesem Verleger, denn das Geschäft wird derzeit von allen Seiten angegriffen: Das Verlegen ist kosten- und zeitaufwendig. Viele Bereiche werden von Online-Medien abgelöst, denn die sind aktueller und günstiger.
Insbesondere in wirtschaftlich schweren Zeiten beginnen die Werbekunden zu sparen - und dabei wird offensichtlich, dass die Werbekosten in Zeitschriften und ähnlichem viel höher sind, als Online. Und der Rücklauf von Printmedien kann kaum gemessen werden, Online können Sie jedoch minutiös ihren Werbeerfolg tracken. Es werden derzeit also jede Menge Werbegelder in den Online-Bereich verschoben, McGraw Hill leidet darunter.
Die Ansprüche der Printmedienkunden steigen, die Lehrbücher wurden in diesem Jahr einen Monat später in Auftrag gegeben, um aktueller zu sein. McGraw Hill muss die Infrastruktur ausbauen, um diesem gestiegenen Zeitdruck gewachsen zu sein.
In meinen Augen ist McGraw Hill in der Melkphase des Geschäftes, sollte also eine hohe Dividendenrendite haben. Doch die ist mit 2% nicht gerade berühmt. Dann lese ich noch von Umstrukturierungskosten in dem Geschäftsbericht und ich weiß nun endlich, dass dem Unternehmen das Geschäft wegbricht und händeringend neue Geschäftsfelder gesucht werden. Ob das gelingen wird, das weiß ich heute noch nicht. Aber warum sollte ich mich darum kümmern? Es gibt besser aufgestellte Unternehmen, die keine Altlast im Printbereich haben, wie McGraw Hill. Ich würde also auf eine Gegenbewegung setzen und meine Anteile versilbern und in eine andere Aktie anlegen.
pondělí, 1. září 2008
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